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György Ligeti ›Lontano‹
Wolfgang Amadeus Mozart ›Klavierkonzert KV 466‹
Béla Bartók Suite aus ›Der wunderbare Mandarin‹

In Bartóks Œuvre finden sich drei Bühnenwerke: ›Herzog Blaubarts Burg‹, ›Der Holzgeschnitzte Prinz‹ und die Ballettpantomime ›Der wunderbare Mandarin‹, in der ein junges Mädchen von drei Gaunern gezwungen wird, Männer anzulocken, die dann ausgeraubt werden sollen. Ihr drittes Opfer ist der etwas unheimliche Mandarin, der dem Mädchen verfällt, woraufhin die Gauner versuchen, ihn umzubringen. Doch sterben kann er erst, als das Mädchen ihn erhört.

Das Stück ist eine anrührenden Liebesgeschichte zwischen zwei ungleichen Menschen, die sich der gegenseitigen Faszination nicht entziehen können. Zugleich ist das Werk voll Sozialkritik und richtet sich dabei nicht gegen ein Regime oder ideologisches Konzept, sondern generell gegen die Brutalität und die Unmenschlichkeit hinter der Fassade der städtischen Zivilisation. Bartók selbst hielt ›Der wunderbare Mandarin‹ für eines seiner besten Werke. Doch die Uraufführung der am 27. November 1926 in Köln rief einen handfesten Skandal hervor, ausgelöst durch die Handlung, die in angeblich „photographiegetreuer Eindeutigkeit“ dargestellt wurde. Konrad Adenauer, der damalige Kölner Oberbürgermeister, verfügte, dass ›Der wunderbare Mandarin‹ sofort vom Spielplan genommen wurde. Um der Musik dennoch Aufführungen zu ermöglichen, stellte Bartók die Konzertsuite zusammen. Auch sie wurde zunächst selten gespielt, galt sie doch damals als stellenweise „unspielbar“. Die anfängliche Ablehnung konnte den Siegeszug des Werkes durch die Konzertsäle der Welt, der nach dem 2. Weltkrieg einsetzte, jedoch nicht aufhalten.