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Auf die Frage einer jungen Journalistin, was seine Pläne für die Zukunft seien, hatte der 83-jährige Komponist Richard Strauss 1947 in London geantwortet: "Na, sterben halt!" Ein Jahr später, im Herbst 1948, mehr als 40 Jahre, nachdem Strauss die Gattung des Sololiedes zugunsten der Oper fast völlig verlassen hatte, vertonte er noch einmal vier Lieder. Seine ›Vier letzten Lieder‹ hat Richard Strauss nie gehört. Kirsten Flagstad sang sie acht Monate nach Strauss' Tod und neun Tage nach dem Tod seiner Witwe Pauline de Ahna zum ersten Mal am 22. Mai 1950 in London.
Die Alpensinfonie, das zweite Werk, das Marek Janowski im Programm dirigieren wird, hat bis heute viel Spott auszuhalten, muss ihr naives Antlitz immer aufs Neue den wütenden Ohrfeigen der Fortschrittsapostel der Musikgeschichte darbieten. Gerade hatten die Kritiker erleichtert den neuen kammermusikalischen Stil konstatiert, der in Richard Strauss’ Oper ›Ariadne auf Naxos‹ waltet, da enttäuschte sie der "Mozart des 20. Jahrhunderts" mit einem Monstrum für einhundertsiebenunddreißig ausübende Musiker plus Dirigent. Wieder einmal hatte Strauss genau das nicht getan, was man von ihm erwartete: auf den ästhetischen Zug der Zeit aufzuspringen und mitzureformieren.