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Foto Alberto Venzago

Das London Symphony Orchestra wurde 1904 gegründet – und zwar von den Orchestermitgliedern selbst. Es ist damit die erste unabhängige, sich selbst verwaltende Orchestervereinigung Englands und wies den Weg für manchen später gegründeten Klangkörper. Das Ethos der selbständigen, eigenverantwortlichen Tätigkeit zeichnet das London Symphony Orchestra bis heute aus. Viele ausgezeichnete Musiker wurden von ihm angezogen und eine ganze Reihe von Solisten wie der Hornist Barry Tuckwell oder der Flötist James Galway gingen aus den Reihen des London Symphony Orchestras hervor. Seinen Sitz hat das Orchester, das mehr Konzerte als jedes andere klassische Musikensemble der britischen Hauptstadt gibt, im Barbican Centre in der Londoner City. In vielen Bereichen leistete das London Symphony Orchestra Pionierarbeit. Bereits 1906 trat es als erstes britisches Orchester im Ausland, in Paris, auf und unternahm 1912 auch die erste Amerikatournee eines europäischen Orchesters. Kurz darauf entstanden die ersten Schallplatteneinspielungen des Orchesters. Seither hat das London Symphony Orchestra eine kaum glaubliche Zahl an Aufnahmen gemacht: die Diskographie hat einen Umfang von annähernd 1000 Seiten. Mit der Gründung des orchestereigenen Labels LSO Live im Jahr 2000 hat das Orchester einen neuen Weg gefunden, seine weltweite Hörerschaft anzusprechen. LSO Live hat sich als ungewöhnlich erfolgreich erwiesen hat und das Label erreicht regelmäßig den ersten Platz der Klassik-Downloadcharts bei iTunes. Allein schon an dieser Tatsache lässt sich ablesen, wie innovativ und aufgeschlossen das Orchester sich in der Welt der neuen Medien bewegt. Vorzüglich in seiner Informationsfülle und Nutzerfreundlichkeit ist auch der Internetauftritt des Orchesters.

Wie die meisten Londoner Orchester macht das London Symphony Orchestra auch durch die Beteiligung an Spielfilmen von sich reden. Mit der Einspielung von Filmmusik - zum Beispiel zur sechsteiligen „Star Wars“ - Saga oder zu einem der „Harry Potter“ - Filme - erreicht das Orchester ein Millionenpublikum in aller Welt, das sich in aller Regel nicht bewusst ist, beim Filmgenuss dem Spiel eines Klangkörpers von höchstem Niveau zu lauschen.

Die Liste der Chef- und Gastdirigenten des London Symphony Orchestras ist imponierend, angefangen von der Gründungszeit mit Hans Richter und Arthur Nikisch über Josef Krips und Pierre Monteux bis zu André Previn und Claudio Abbado. Im Jahr 2007 trat Valery Gergiev sein Amt als Chefdirigent an. Als Erste Gastdirigenten amtieren Daniel Harding und der ehemalige Chefdirigent Michael Tilson Thomas (1987 bis 1995). Gergievs Vorgänger Sir Colin Davis, der mit dem London Symphony Orchestra in diesem Jahr seit 50 Jahren musiziert, davon 11 Jahre als Chefdirigent, bleibt ihm auch weiterhin eng verbunden. 2007 haben ihm die Musiker den Titel ihres Orchesterpräsidenten verliehen.