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Der Dirigent Sylvain Cambreling wurde 1948 in Amiens/Frankreich geboren. Seine Ausbildung erhielt er am Pariser Konservatorium. 1971 wurde er Posaunist beim Orchestre Symphonique de Lyon und an der Opéra Nouveau Lyon, wo er von 1975 bis 1981 Stellvertretender Musikdirektor war.

1976 holte ihn Pierre Boulez als ständigen Gastdirigenten des Ensemble InterContemporain nach Paris. 1981 ernannte ihn Gérard Mortier zum Generalmusikdirektor des Brüsseler Théâtre de la Monnaie, wo Sylvain Cambreling während seiner zehnjährigen Tätigkeit 40 Neuinszenierungen mit Regisseuren wie Luc Bondy, Patrice Chéreau, Karl-Ernst Herrmann, Peter Mussbach und Herbert Wernicke betreute. Nach Gastspielen an der Metropolitan Opera (1985 und 1989), der Mailänder Scala (1984) und der Wiener Staatsoper (1991) feierte er 1992 mit Olivier Messiaens ›St. François d' Assise‹ in einer Inszenierung von Peter Sellars einen großen Erfolg an der Pariser Opéra Bastille.

Bei den Salzburger Festspielen dirigiert Sylvain Cambreling seit 1985 regelmäßig. Aufsehenerregende Neuproduktionen wie Debussys ›Pelléas et Mélisande‹ (Regie: Robert Wilson), Janáceks ›Katia Kabanova‹ (Regie: Christoph Marthaler), ›La Damnation de Faust‹ sowie ›Les Troyens‹ von Berlioz, die Uraufführung von Berios ›Cronaca de Luogo‹ , Mozarts ›Le nozze di Figaro‹ und ›Das Mädchen mit den Schwefelhölzern‹ von Helmut Lachenmann standen unter seiner Leitung. 2002 hat er außerdem an der Metropolitan Opera New York die Neueinstudierung von ›Don Giovanni‹ geleitet.

Neben seiner Tätigkeit als Operndirigent arbeitet Sylvain Cambreling auch als Konzertdirigent mit allen führenden Orchestern, so u.a.mit den Wiener Philharmonikern, den Berliner Philharmonikern, dem Cleveland Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, dem Cincinnati und dem Montreal Symphony Orchestra, dem Oslo Philharmonic Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra, dem NDR Sinfonieorchester, dem Orchester des Bayrischen Rundfunks, dem Ensemble Modern, dem Orchestre de Paris, der Staatskapelle Dresden und der Tschechischen Philharmonie. Demnächst wird er mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Netherlands Radio Philharmonic Orchestra auftreten.

Von 1993 bis 1997 war Sylvain Cambreling Intendant und Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt und zugleich künstlerischer Leiter der Konzerte der Frankfurter Museumsgesellschaft. Markante Neuproduktionen in dieser Zeit waren ›Wozzeck‹, ›Don Giovanni‹ und ›Le Nozze di Figaro‹ (Regie: Peter Mussbach), ›Der Ring des Nibelungen‹ (Regie: Herbert Wernicke) sowie ›Idomeneo‹ (Regie: Johannes Schütz). Mit dem Schweizer Schauspielregisseur Christoph Marthaler entstanden in intensiver Zusammenarbeit einige bedeutende Produktionen: Claude Debussys ›Pelléas et Mélisande‹ (1994), Giuseppe Verdis ›Luisa Miller‹ (1996) und Ludwig van Beethovens ›Fidelio‹ (1997). 1998 dirigierte er Kurt Weills ›Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ bei der Chicago Lyrical Opera.

Von der Zeitschrift "Opernwelt" wurde Sylvain Cambreling bereits zweimal zum Dirigenten des Jahres gewählt (1993/94 und 2000) und die Oper Frankfurt wurde unter seiner Leitung zum Opernhaus des Jahres 1995/96 ernannt. Außerdem ist er Träger des Europäischen Dirigentenpreises in Anerkennung seines Engagements für die Musik der Gegenwart. Seit 2002 hat er an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz eine Gastprofessor für Dirigieren inne.

Sylvain Cambreling, dessen Repertoire sich vom Barock bis zur Neuen Musik erstreckt und mehr als 70 Opern sowie über 400 Konzertwerke umfasst, ist erster Gastdirigent des Klangforum Wien sowie seit Beginn der Spielzeit 1999/2000 Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg.