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Sir Simon Rattle, 1955 in Liverpool geboren, ist seit September 2002 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und Künstlerischer Leiter der Berliner Philharmonie. Er studierte an der Royal Academy of Music in London. Nach ersten Engagements in England und den USA, unter anderem als Erster Gastdirigent beim Los Angeles Philharmonic Orchestra, wurde Simon Rattle 1980 zum Ersten Dirigenten und Künstlerischen Berater des City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) berufen. Von 1990 bis 1998 war er dessen Chefdirigent.

Neben dem CBSO hat Simon Rattle die führenden Orchester der USA und Europas dirigiert. Unter anderem verbindet ihn eine lange Zusammenarbeit mit dem Boston Symphony Orchestra, dem Phila-delphia Orchestra sowie den Wiener Philharmonikern. Mit den Wiener Philharmonikern entstanden Aufnahmen sämtlicher Beethoven-Symphonien und gemeinsam mit Alfred Brendel eine CD-Box mit den Klavierkonzerten Beethovens. Seit 1992 ist Simon Rattle Erster Gastdirigent des Orchestra of the Age of Enlightenment und Künstlerischer Berater der Birmingham Contemporary Music Group.

Seit seinem Debüt beim Festival von Glyndebourne 1977 dirigiert Simon Rattle regelmäßig Opern. Neben Auftritten in Paris, Amsterdam und London trat er im Januar 2005 erstmals an der Wiener Staatsoper auf, wo er Richard Wagners Parsifal dirigierte. Im April 2008 dirigiert er an der Staatsoper Berlin Claude Debussys Pelleas et Melisande in einer Wiederaufnahme der Inszenierung von Ruth Berghaus.

Im Rahmen der Osterfestspiele Salzburg hat Simon Rattle gemeinsam mit den Berliner Philharmoni-kern bislang szenische Produktionen von Ludwig van Beethovens Fidelio, Wolfgang Amadeus Mozarts Così fan tutte, Benjamin Brittens Peter Grimes und Claude Debussys Pelleas et Melisande geleitet sowie eine konzertante Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts Idomeneo. 2007 stand Das Rheingold von Richard Wagner als erster Teil des Ring des Nibelungen, der in den kommenden drei Jahren sukzessive in Aix-en-Provence und Salzburg aufgeführt wird, auf dem Programm.

Schon vor seinem Amtsantritt als Chefdirigent verband Simon Rattle eine 15-jährige Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern. Am 14. November 1987 gab er mit Gustav Mahlers Symphonie Nr. 6 sein Debüt. Seitdem kam er regelmäßig ans Pult des Orchesters und dirigierte ein breites Repertoire von Rameau bis zu Uraufführungen.
Simon Rattle hat einen Exklusivvertrag mit EMI, in dessen Rahmen er mehr als 60 Aufnahmen mit dem CBSO und anderen Orchestern produziert hat. Die von ihm inspirierte und inzwischen auch in Deutschland auf DVD erhältliche Fernsehserie »Leaving home« über Orchestermusik des 20. Jahr-hunderts im englischen Fernsehen (Channel 4) wurde 1997 ausgezeichnet. Mit den Berliner Philhar-monikern nahm er zunächst die Faust-Symphonie von Franz Liszt sowie die Zehnte Symphonie von Gustav Mahler in der revidierten Fassung von Deryck Cooke auf. 2002 erschienen die Gurrelieder von Arnold Schönberg und Gustav Mahlers Symphonie Nr. 5. 2003 erschien Ludwig van Beethovens Fide-lio, 2004 Olivier Messiaens Éclairs sur l’au-delà und als erste Eigenproduktion der Berliner Philhar-moniker Igor Strawinskys Le sacre du printemps im Rahmen der Musik zu dem Film Rhythm Is It!. 2005 wurden u.a. Carl Orffs Carmina Burana, Benjamin Brittens Orchesterlieder mit Ian Bostridge und Antonín Dvořáks Symphonische Dichtungen veröffentlicht. 2006 erschienen u.a. die Symphonie Nr. 9 von Franz Schubert, Ein Heldenleben und Der Bürger als Edelmann von Richard Strauss, Die Plane-ten von Gustav Holst mit Colin Matthews’ Pluto und Kompositionen zu Asteroiden von Kaija Saariaho, Brett Dean, Matthias Pintscher und Mark-Anthony Turnage, sowie das Klavierkonzert Nr. 1 von Jo-hannes Brahms mit Krystian Zimerman als Solist (diese Aufnahme wurde bei der Deutschen Grammo-phon veröffentlicht). 2007 ist bisher Ein deutsches Requiem von Johannes Brahms mit Thomas Quasthoff und Dorothea Röschmann veröffentlicht worden.

Simon Rattle, 1994 von der englischen Königin zum Sir ernannt, ist Träger vieler Auszeichnungen: 1996 verlieh ihm die Hamburger Toepfer-Stiftung den Shakespeare-Preis, 1997 erhielt er die Royal Society of Arts Albert Medal in Anerkennung seiner außerordentlichen musikalischen Leistungen so-wie seiner Aktivitäten in Musikerziehung und musikalischer »community«-Arbeit, die auch in Berlin ein wichtiger Teil seines Wirkens ist. So hat er seit seinem Antritt als Künstlerischer Leiter der Philharmoniker im September 2002 im Rahmen des Education-Programms Zukunft@BPhil mit dem Orchester neue Wege beschritten. Für dieses Engagement wurde er im Mai 2005 mit dem Schiller-Sonderpreis der Stadt Mannheim ausgezeichnet sowie im Frühjahr 2007 mit der Goldenen Kamera und der Urania-Medaille.

Im November 2007 ging der „Ehrenpreis“ des Deutschen Kinderpreises an Sir Simon Rattle und im November 2007 wurde er gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern in New York zu Internationalen UNICEF-Botschaftern ernannt, eine Auszeichnung, die erstmals einem künstlerischen Ensemble zuteil wurde.