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›Ad astra‹
Gustav Holst ›The Planets‹ op. 32
Colin Matthews ›Pluto‹
Kaija Saariaho, Brett Dean, Matthias Pintscher, Mark-Anthony Turnage
Uraufführung je eines Auftragswerks der Berliner Philharmoniker

Mit Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern zu den Sternen
Nicht selten wird aus beiläufigem Interesse für die Astrologie eine ausgeprägte Leidenschaft. So erging es auch dem britischen Komponisten Gustav Holst. Sieben Planeten hat er studiert und ihnen dann musikalisch Gestalt verliehen. 1914 gab er als erstem dem Planeten Mars, dem Krieger, ein Gesicht. Es folgte Venus, die Friedensbringerin. In den folgenden drei Jahren erforschte Holst für sich alle Planeten unseres Sonnensystems auf ihre zentrale Bedeutung hin (bis auf die Himmelskörper Erde und Pluto) und setzte seine Erkenntnisse in Musik um: Merkur, den geflügelten Boten, Jupiter den Boten der Fröhlichkeit, Saturn, den Bringer des Alters, Uranus, den Magier und Neptun, den Mystiker. Holst war so erfolgreich, dass manche Techniken wie das Verklingen eines Frauenchors in der unendlichen Weite des Alls, die Schwebungen der Celestaklänge oder die Mystik in den endlosen Klängen der Orgel zu Chiffren in der Filmmusikgestaltung geworden sind.

Der achte Planet – Pluto – der nur alle 248 Jahre für uns sichtbar hinter der Sonne auftaucht, wurde erst 1930 entdeckt und fehlt bei Gustav Holst. Wieder war es ein Brite, der im Jahr 2000 den Planetenzyklus vervollständigte und ihn so auf den aktuellen Stand astronomischer Erkenntnis brachte. Der 1946 geborene Komponist Colin Matthews hat Elemente von Holst aufgegriffen und dem Zyklus Pluto, den Erneuerer, hinzugefügt.

Inwieweit die vier Uraufführungen, die an diesem intergalaktischen Konzertabend erklingen werden, die von Holst gelegte Spur aufnehmen, darf man mit Spannung erwarten. Den Auftrag jedenfalls hat Sir Simon klar formuliert: Kosmisch soll es sein. Noch aber ist ungewiss, wie das Komponistenquartett diese Anforderung umsetzen werden. Fest steht jedoch, dass die finnische, in Frankreich lebende Komponistin Kaija Saariaho gern märchenhafte phantasievolle Klänge verströmt. Den ehemaligen Bratschisten der Berliner Philharmoniker Brett Dean zog es in seine Heimat Australien zurück. Seine musikalischen Geschichten mit Assoziationen zur Filmmusik werden auch von seinen ehemaligen Kollegen geschätzt und so wird die Freude über eine Wiederbegegnung groß sein. Matthias Pintscher liebt besonders die Poesie der französischen Dichter wie Arthur Rimbaud, in die er sich schon als Teenager gern vertiefte. Er beherrscht den großen Apparat Orchester mit spielerischer Geste und hochsensibler Raffinesse. Der vierte im Bunde schließlich ist Mark-Anthony Turnage. Das Philharmonie-Publikum ist mit seiner Musik inzwischen recht vertraut. Bewusst setzt Turnage die englische Tradition des Komponierens im 20. Jahrhundert fort, wobei er jedoch gerne die Grenzen der Konventionen durchbricht.