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Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Robin Ticciati Dirigent
Igor Levit Klavier
RIAS Kammerchor Berlin

Werke von Heinrich Schütz, Robert Schumann, Johannes Brahms

Die vier Sinfonien von Johannes Brahms gehören zu den beliebtesten und meistgespielten Werken der klassischen Musik. Alle großen Orchester kommen immer wieder auf diese Stücke zurück und kein Dirigent lässt es sich nehmen, seine Interpretation zu erarbeiten und vorzustellen. Doch manchmal erschwert eine so reiche Tradition den frischen Zugang zu einem Werk – man muss sich von der großen Anzahl von Lesarten freimachen, um die eigene entdecken zu können.

Anfang Februar 2019 führt der Chefdirigent des DSO Berlin, Robin Ticciati in wenigen Tagen alle vier Brahms-Sinfonien auf. Er möchte damit zum einen „seinen“ Brahms dem Berliner Publikum präsentieren und die Stücke zum anderen mit Werken kombinieren, die für Brahms kompositorische Entwicklung wichtig waren. Dadurch kann man im Konzert erleben, vor welchem Hintergrund Brahms diese Meisterwerke geschrieben hat, welche Vorbilder ihn inspiriert und herausgefordert haben. Der Renaissance-Komponist Heinrich Schütz war für Brahms eines dieser wichtigen Vorbilder. Brahms hatte die Gesamtausgabe von Schütz Werken, die zu seinen Lebzeiten erschien, abonniert und studierte diese Musik mit großer Aufmerksamkeit. „Das ist mir lieb“, eine Psalm-Vertonung für Chor a capella von Schütz steht am Anfang des Konzerts am 17. Februar 2019.

Auch Robert Schumann spielte in seinem Lebensweg eine große Rolle: Schumann hatte unter anderem durch einen Zeitungsartikel auf Brahms aufmerksam gemacht und unterstützte den jüngeren Brahms nach Kräften. Fortan waren die beiden durch eine tiefe Freundschaft verbunden und auch zu Schumanns Frau Clara, die wie Brahms Pianistin war, hatte er eine enge Beziehung. Für Clara hatte Robert Schumann sein Klavierkonzert a-Moll komponiert, das als zweites Werk auf dem Programm steht.

Nach der Pause erklingt dann die erste Sinfonie von Brahms. Diese Gattung bereitete vielen Komponisten im 19. Jahrhundert große Probleme, denn Ludwig van Beethoven hatte mit seinen neun Sinfonien übergroße, scheinbar unerreichbare Vorbilder geschaffen. Daher schien es fast vergeblich, sich überhaupt an diese Form heranzuwagen – im Vergleich zu Beethoven musste jedes andere Werk wie ein bloßer Versuch wirken. Brahms litt besonders stark unter diesem Gefühl. Diese ernste, von Selbstzweifeln gedrückte Grundstimmung kann man vor allem im ersten Satz hören. Doch nachdem er viele Jahre an seinem symphonischen Erstling gearbeitet hatte, gelang am Ende doch noch der Befreiungsschlag: mit großem Erfolg wurde das Stück 1876 uraufgeführt. Das weit dimensionierte Finale ringt sich nach langem Hin und Her schließlich zu einem jubelnden, triumphalen Schluss durch. Der Geist Beethoven war ausgetrieben!