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Auf Einladung der Berliner Philharmoniker
Bundesjugendorchester

Dirigent Kirill Petrenko
Johannes Fischer, Schlagzeug und Papier
Arthur Honegger ›Pacific 231‹
Tan Dun ›Concerto for Paper Percussion and Orchestra‹
Anonymus ›Dschingis Khans Jurte - Traditionelle Musik aus der mongolischen Steppe‹
Igor Strawinsky ›Der Feuervogel‹ (Erstfassung)

Arthur Honegger ›Pacific 231‹
Eröffnet wird das lautmalerische Programm mit einem Werk des Eisenbahn-Enthusiasten Arthur Honegger (1892 – 1955): Pacific 231. In dem 1923 komponierten Werk werden alle Abschnitte einer Fahrt mit schwerer Güterzuglokomotive musikalisch nachempfunden: von dem ruhigen Atmen im Stillstand, über die Anstrengung des Anfahrens bis hin zur ratternden Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit. Honegger, einer der wohl vielseitigsten Künstler des 20. Jahrhunderts, wollte sein Werk jedoch nicht im programmatischen Sinn verstanden wissen, sondern erfasste die Komposition als Ausdruck einer abstrakten Idee, Rhythmus mathematisch zu beschleunigen. Er selbst sagt über dieses Werk: „In >Pacific 231< wollte ich nicht den Lärm der Lokomotive nachahmen, sondern einen visuellen und physischen Genuss ins Musikalische übersetzen."

Anonymus ›Dschingis Khans Jurte - Traditionelle Musik aus der mongolischen Steppe‹
Weiter geht die Fahrt mit einem Werk des in der zentralchinesischen Provinz Hunan geborenen Komponisten Tan Dun (*1957). Das „Paper Concerto“ komponierte Tan Dun um die Jahrtausendwende, erstmals erklang es 2003 zur Eröffnung der neuen Concert Hall in Los Angeles. In seinen Kompositionen lässt sich Tan Dun immer wieder durch natürliche Materialien wie Wasser und Papier anregen und stellt seine Werke damit in gewisser Weise der galoppierenden Modernisierung Chinas entgegen. Sein „Paper Concerto“ widmete er dem Chinesen Tsai Lun, der um 105 n. Chr. das Papier erfand und lässt den Solisten (hier: Johannes Fischer) dem Papier ungeahnte Klangwelten entlocken: Auf dem Papier wird geblasen, das Papier wird gerieben, zusammengeknüllt, zerrissen, geschlagen, geschwenkt, ja es wird sogar darauf gepfiffen. Die mongolische Steppe ist der nächste musikalische Stopp der Reise. Ein Obertonsänger, ein Pferdekopfgeiger und eine Urtiin Du Sängerin lassen unter dem Titel „Dschingis Khans Jurte“ zusammen mit dem Orchester traditionelle Musik aus der mongolischen Steppe erklingen. Die Musik, die einen Querschnitt der mongolischen Folklore darstellt, versetzt die Zuhörer in die sandige Hochebene zwischen Russland und der Volksrepublik China und weckt Assoziationen zu denen auf offener Ebene weidenden Schafsherden, ruhenden Hirten und wild

Igor Strawinsky ›Der Feuervogel‹ (Erstfassung)
Russland, Ausgangs- und Angelpunkt der Reise, schließt den Abend musikalisch ab: 1910 in Paris uraufgeführt, zählt „Der Feuervogel" von Igor Strawinsky (1882 – 1971) zu den beliebtesten Balletten überhaupt, mit diesem Werk konnte er den Startpunkt seiner internationalen Karriere legen. Basierend auf russischen Volksmärchen handelt die Geschichte von Gefangenschaft, Unterdrückung und Tod, die von Vernunft und Schönheit besiegt werden. Die in diesem Programm zu hörende Erstfassung unterscheidet sich massiv von den vier späteren: Ein extrem großes Orchester mit vierfach besetztem Holz und Wagnertuben erwartet den Zuhörer, außerdem klanglich und rhythmisch komplex klingende Passagen, die aus den späteren Fassung zum Teil herausgenommen wurden. Mit der Aufführung der Erstfassung erklingt also die originale Ballettmusik und damit die farbenreichere Fassung des „L’oiseau de feu“.