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Berliner Philharmoniker
Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker

Sir Simon Rattle Dirigent
Eva Vogel Alt

Hans Krása >Symphonie für Mezzosopran und kleines Orchester<
Arnold Schönberg >Kammersymphonie Nr. 1 in der Fassung für Orchester op. 9B<
Johannes Brahms >Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73<


Hans Krása – Symphonie für kleines Orchester
Lange Zeit nahezu vergessen, gehörte der tschechische Komponist Hans Krása in den 20er- und 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu den vielversprechendsten Talenten seiner Generation, bevor auch er ein Opfer des nationalsozialistischen Terrors wurde. Er wuchs in einer jüdischen Familie in Prag auf, besuchte dort das deutsche Gymnasium und begann nach dem Abitur ein Kompositionsstudium bei Alexander Zemlinsky. Schon in den 1920er-Jahren wurden erste Werke von Krása erfolgreich aufgeführt. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurden Aufführungsmöglichkeiten für jüdische Künstler in Deutschland und später auch in den okkupierten Ländern radikal eingeschränkt, so auch für Hans Krása. Angebote, außerhalb des Machtbereichs der Nazis als Kapellmeister zu arbeiten, hatte er im Vorfeld abgelehnt. Im August 1942 wurde er in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und zwei Jahre später in Auschwitz ermordet.
Die Symphonie für kleines Orchester entstand in den 1920er-Jahren und spiegelt Krásas Kunstideal, in dem – so ein Zeitgenosse – »das Klare, Lebendige, Lichtvolle mehr hervortritt als das Tiefempfundene, Sehnsüchtige, Umschatte.«

Arnold Schönberg – Kammersymphonie Nr. 1 in der Fassung für Orchester op. 9B
Mit seiner Ersten Kammersymphonie verabschiedet sich Arnold Schönberg 1906 von der ins uferlose gesteigerten Monumentalität der spätromantischen Musiksprache. Statt der vier Sätze, aus denen eine Symphonie in der Regel bestand, komponiert er ein einsätziges Stück mit einer Dauer von ca. 20 Minuten. Dennoch tauchen in diesem einen Satz in komprimierter Form alle Gestaltungsprinzipien einer Symphonie auf, die auf das raffinierteste miteinander verknüpft sind.
Ebenso wie Schönberg das symphonische Prinzip verdichtet, verfährt er auch in der Instrumentation: Anstelle eines großen Symphonieorchesters mit bis zu über 100 Musikern, ist die Kammersymphonie in ihrer frühen Fassung für lediglich fünf Streichinstrumente und acht Bläser komponiert. So entsteht Transparenz, die, in Kombination mit der solistischen Führung der Instrumente, zu zahlreichen für die damalige Zeit neuartigen Klangkombinationen führt. In diesem Konzert erklingt die 1935 von Schönberg bearbeitete Fassung des Werks für Orchester, in der die Anzahl der Instrumente zwar erweitert ist, jedoch keineswegs auf Kosten der Transparenz.

Johannes Brahms – Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73
1877 verbrachte Johannes Brahms den Sommer erstmals in Pörtschach am Wörthersee. Schon damals galt der Wörthersee für viele Wiener (so sie es sich leisten konnten) als idealer Urlaubsort. Viele haben sogar Villen gebaut in denen sie die Sommermonate verbrachten. Brahms hatte zunächst gar nicht die Absicht, sich dort länger aufzuhalten. »Doch der erste Tag war so schön, dass ich den zweiten durchaus bleiben wollte, der zweite war aber so schön, dass ich fürs erste weiter bleibe«, schrieb er in einen Brief. Schließlich wurde ein ganzer Sommer daraus. Während dieses Aufenthalts komponierte er seine Zweite Symphonie. Nachdem er sie das erste Mal gehört hatte, meinte der Brahms-Freund und -Kenner Theodor Billroth gar: »Das ist ja lauter blauer Himmel, Quellenrieseln, Sonnenschein und kühler, grüner Schatten.« Und tatsächlich scheint die Zweite der Natur abgelauscht, was ihr schon bald die Bezeichnung von Brahms’ Pastorale einbrachte.